Fahrt nach Dänemark

Schüler finanzieren sich selbst eine Fahrt nach Dänemark

Vom 28.09. bis zum 02.10.2015 ging es für sechs Schüler und drei Lehrer auf große Fahrt nach Dänemark. Durch fleißige Arbeit im Schulwald legten sie zuvor den Grundstein für dieses Vorhaben.
Von Rostock ging es bei herrlichem Wetter mit der Fähre über die Ostsee nach Roskilde ins Wikingermuseum. Dort konnten sie sich vor Ort anschauen, wie mit originalgetreuem Werkzeug und alten Handwerksmethoden Wikingerschiffe nachgebaut werden. Abends konnte dann das schöne Ferienhaus bezogen werden.
Weitere Ziele waren u.a. das Kattegatcentrum, ein großes Aquarium, in Grenaa und eine Fahrt mit einer superschnellen Katamaranfähre dorthin. Die dort erworbenen Kenntnisse über Fische wurden am letzten Tag beim Angeln auf dem Öresund angewendet: viele Heringe und einige schöne Dorsche wurden gefangen und abends lecker gebraten!
Nun ist das Geld erstmal alle und ab dieser Woche heißt es wieder, motiviert an die Waldarbeit zu gehen!

Schulförster, Herz und Motor des Waldprojektes: Joachim Lange

Fotoshooting im Schulwald am 21.09.- Fantasie und Realität

Die Waldhofschule beteiligte sich mit einem Bild aus dem Totalreservat „Fauler Ort“ an dem Fotowettbewerb „Klick Dich in die Vielfalt 2013“ und gewann mit ihrem Beitrag den ersten Preis der Jury, welcher von zwei Profinaturfotografen vergeben wurde.

Bestandteil dieses Preises war ein Fotoausflug mit dem Naturfotograf Norbert Rosing.

Dieser Fotoausflug fand am 21.09.2015 im Schulwald statt.

Zwischen den Menschen und dem Wald hat es schon immer ganz vielfältige Verbindungen gegeben.

Der Wald hat Menschen inspiriert. In der Begegnung mit ihm sind Geschichten, Märchen und Mythen entstanden.

Wenn sich Menschen auf den Zauber des Waldes wirklich einlassen, entstehen Bilder in unseren Köpfen, die über das, was auf den ersten Blick wahrnehmbar ist, weit hinausgehen können. Kinder sind wahre Meister dieses Faches.

Die Vielfalt der Natur trifft dabei auf unsere ebenso reichhaltige Fantasie. Beide entspringen der unmittelbaren Lebendigkeit. Eine tolle Verbindung, bei der die Grenzen zwischen Realität und unserer Vorstellungskraft verschwimmen können.

Was ist echt und was wäre möglich? Es gibt so viele erstaunliche Dinge, die wir nur erahnen. Warum sollte nicht auch ein Teil unserer Fantasie irgendwo real werden können oder schon sein?

Um dieses Thema zu verdeutlichen und darzustellen, hatte unsere Schule eine tolle, professionelle Unterstützung von der Kostümschneiderin Ira Hausmann und den Maskenbildnerinnen Mica Frisch und Eleni Keppeler, die dafür sorgten, das dem Fotograf Norbert Rosing die Motive nicht ausgingen.

1.600 Fotos müssen nun gesichtet werden- die Qual der Wahl! Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein!

Feuer machen ohne Streichholz oder Feuerzeug

Uraltes Menschenhandwerk ausprobiert

Am vergangenen Sonnabend versuchten sich sechs Grundschüler aus den sechsten Klassen und zwei Lehrer in der alten Kunst, Feuer mit dem Feuerbohrer zu machen. Angeleitet wurden sie dabei von Elke Eisermann, einer Wildnispädagogin, und ihrem 10-jährigen Sohn Baldur, die durch einen neunmonatigen Wildnisaufenthalt in den USA aus reichhaltigen Erfahrungen schöpfen konnten.

Bevor das Feuer wirklich brannte, musste fast fünf Stunden (!) gearbeitet werden. Neben der Suche geeigneten Holzes, dem Herstellen von Bogen, Feuerbrett und Spindel mit Beil und Messern musste auch dem Zundernest zum Auffangen der Glut besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die lange Arbeitszeit wurde verkürzt durch herrliches Wetter, die rufenden Kraniche und einige Schokoküsse, die –nicht ganz stilecht- von Zeit zu Zeit gereicht wurden.

Am Ende bleibt ein großer Respekt für die Fähigkeit unserer Vorfahren, der Natur auf diese Weise vor etwa 12.000 Jahren das Feuer abgetrotzt zu haben und damit zuvor ungeahnte Möglichkeiten bei der Besiedlung kalter Gebiete und der Nahrungszubereitung zu erschließen und über alle anderen Geschöpfe der Natur herrschen zu können. Und natürlich der Respekt vor unseren Sechtklässlern- ihrer Geduld und ihrem Interesse an dieser Technik.

Streit im Schulwald durch Kompromiss gelöst

Waldhofschüler organisieren den Einschlag von Buchenholz  

Wer hat eigentlich Recht, wenn sich Naturschutz und Forstwirtschaft um den Erhalt alter Buchenwälder streiten?   Sollten alte Buchenwälder nicht mehr genutzt werden, um sich zu Urwäldern von morgen zu entwickeln? Schließlich sind wirklich alte Tieflandsbuchenwälder sehr selten geworden und in der Uckermark befindet sich die größte zusammenhängende Fläche dieser Wälder weltweit.

Gemessen an seiner natürlichen Verbreitung ist dieser Buchenwaldrest mit nur 2.000 ha damit weitaus seltener als die allermeisten tropischen Regenwälder. Und mit ihm viele Tier- und Pflanzenarten, die auf alte und tote Bäume angewiesen sind.  

Oder sollten wirtschaftliche Erwägungen Vorrang haben? Holz kann in diesen Wäldern genutzt werden als ein nachwachsender, umweltfreundlicher Rohstoff. Arbeitsplätze und Einkommen in unserer Region sind eng mit dem Wald und seiner Nutzung verbunden. Mit dem erwirtschafteten Geld könnte die Stadt Templin Vorhaben finanzieren, die allen dienen. Zum Beispiel Kitas und Schulen oder das Kino...

Auch das Schulwaldprojekt der Waldhofschule muss sich selbst finanzieren; die Busfahrten in den Wald müssen bezahlt werden. Und als Kur- und Bäderstadt muss im Templiner Stadt- und Schulwald selbstredend darauf geachtet werden, dass der Wald für Besucher attraktiv bleibt.

Mit dieser Frage beschäftigten sich die fünften und sechsten Klassen der Waldhofschule. Kompromissvorschläge wurden durchdacht. Und es war gar nicht so einfach, eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird. "Wir könnten eine Hälfte nutzen und die andere stehen lassen.", so einer der Vorschläge. "Sieht aber nicht gut aus, wenn wir die ganze andere Hälfte absägen" konterten Mitschüler.   Nach einer halben Stunde war es dann soweit: "Der beste Kompromiss wäre, wenn wir die Bäume stehen lassen, die für den Naturschutz wichtig sind, weil sie Höhlen haben oder schon Pilze an ihnen wachsen. Das sind auch die Bäume, die im Sägewerk nicht gerne gesehen werden und nur wenig Geld bringen. Und von den übrigen Bäumen nehmen wir die, die man zur Zeit auf dem Holzmarkt am Besten verkaufen kann. Die anderen lassen wir erstmal weiterwachsen. Dann sieht es auch noch gut aus und wir können immer mal wieder kommen und Holz schlagen, wenn wir wollen."  

Gesagt, getan. Drei Gruppen arbeiteten zugleich an der Umsetzung des Konzeptes im Wald. Die Arbeitsgruppe Technologie schnitt die Fahrwege für den Trecker frei, damit das Holz vom Fällort zum Weg gebracht werden kann. Eine anstrengende Arbeit, bei der Sägen und Scheren zum Einsatz kamen. Forstunternehmer Jens Richter unterstützte sogar einmal vor Ort und hatte seinen Seilschlepper gleich mitgebracht, um zu sehen, ob es passt. Um nicht zu viele Fahrwege anlegen zu müssen, wird zum Rücken in diesem Wald auch das Pferd der Waldhofgärtnerei eingesetzt, das das Holz an die Schneisen heranziehen wird.  

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Auswahl und Kennzeichnung der Biotopbäume. Unterstützt wurde sie dabei vom Fledermausexperten Günther Heise und von Forstdienstleister Peter Specht. Viel Wissenswertes konnte dabei vermittelt werden. Woran erkennt man die Höhlen der Wasserfledermäuse oder welcher Specht legt eigentlich die meisten Höhlen an? Welche Pilze sind selten und wer zersetzt totes Holz, bis es wieder zu Erde geworden ist?  

Die Gruppe Holzernte suchte derweil die Bäume heraus, die in diesem Herbst gefällt werden sollen. Die Preise für gerade und dicke Bäume sind zur Zeit zu schlecht, um sie zu verkaufen. Sie verbleiben im Vorratslager Wald und warten auf bessere Zeiten. Die Waldhofschüler waren deshalb sehr geizig bei der Auswahl guten Holzes. Qualitativ schlechtes Holz wie krumme oder sehr ästige Bäume erzielen hingegen Preise, die eine Fällung rechtfertigen.

Aber auch das Umfeld des einzelnen Baumes musste beachtet werden. Stehen schon kleine Bäume in der Nähe, die auf Licht warten? Werden die Löcher im Kronendach nicht zu groß und bieten wir dem Sturm keine Angriffsmöglichkeiten? Oder sind seltenere Baumarten wie Eichen oder Hainbuchen zu fördern? Kann der Baum überhaupt fallen, ohne andere Bäume zu beschädigen?

Günstig ist der Umstand, dass die Buchen in diesem Jahr Früchte tragen und man deshalb mit kostenlosem Nachwuchs rechnen darf. Insgesamt bereiteten die Waldhofschüler in ihrem Wald auf diese Art und Weise etwa 12 ha Buchenwald auf den Einschlag vor. Etwa 700 fm Holz werden dort anfallen, 120 Biotopbäume müssen gekennzeichnet werden (Ein paar fehlen noch!). Sechs zugewachsene Schneisen wurden aufgeschlagen.

Im Anschluss an diese Arbeiten wurden etliche Fischburger, Nudeln und Wildbratwürste im Wald vertilgt und verbrauchte Kräfte erneuert. Der Anschaulichkeit halber konnte Jäger Ronny Hadaschick noch ein frisch erlegtes Reh mitbringen. Und neben der Erkenntnis, dass ein guter Kompromiss ein schwieriges Problem lösen kann gab es noch ein weiteres Ergebnis: Die Klasse 6a der Waldhofschule hat es nicht geschafft, im Tauziehen gegen die 16 Tonnen Doppeltrommelseilwinde von Herrn Richters Seilschlepper zu gewinnen. Was wirklich keine Schande ist.

Reges Interesse an der Waldführung

Etwa 30 Teilnehmer aus Beutel und Templin konnten Ortsbürgermeisterin Heidemarie Schmidt und Schulförster Joachim Lange trotz wechselhaften Wetters zum Waldbegang am Sonntagnachmittag begrüßen.

In einer rund 2,5 stündigen Wanderung informierten sich  die interessierten Waldfreunde über die Bewirtschaftung des Schulwaldes. Anhand von Bildern aus den vergangenen Jahren und von der Arbeit mit den Schülern erläuterte Schulförster Lange den angestrebten Umbau reiner Kiefernbestände in stufige und ertragreiche Mischwälder.
In vielen Flächen konnten die Bemühungen um einen vielfältigen Nachwuchs in Augenschein genommen werden. Neben kleinen Kiefern aus natürlicher Verjüngung fanden sich vor allem Eichen, Roteichen, Buchen und Douglasien, welche künftig den Beuteler Wald bereichern werden. Auch einige Esskastanien, die als südeuropäische Baumart besonders gut mit Wärme und Trockenheit auskommt, sind gepflanzt worden und danken es mit raschem Wachstum. Durch die sorgfältige Pflanzung der Gärtnerei des Waldhofes und zahlreicher Schulklassen der Waldhof- und der Oberschule zeigte sich das zarte Grün des Nachwuchses in großer Zahl.
Am Beispiel eines Kiefern-Eichen-Mischbestandes diskutierten die Teilnehmer über den waldschonenden und wirtschaftlichen Technikeinsatz, der im Schulwald je nach Ausgangslage vom Harvester über gut ausgebildete Waldarbeiter bis hin zum Rückepferd reichen kann. Waldbesucher und Schulförster waren sich darin einig, dass eine schonende Waldbehandlung und die Beteiligung regionaler Forstunternehmen und Holzkunden wichtige Entscheidungsgrundlagen sind.

Bei allen heutigen Bemühungen ist es besonders erwähnenswert, nicht zu vergessen, dass die vorherigen Generationen es unter viel schwierigeren Lebensbedingungen geschafft haben, uns hohe Holzvorräte mit zum Teil sehr guten Qualitäten zu übergeben. Mit diesen Vorleistungen wurde die Voraussetzung  für die heutige Arbeit geschaffen.
Durch das eigene Erleben anstrengender Waldarbeit erlernen die Kinder und Jugendlichen dieser Leistung mit Respekt zu begegnen und übernehmen ihrerseits Verantwortung für künftige Generationen.

Im Anschluss an die Wanderung luden die Beuteler Bürger in ihr Dorfgemeinschaftshaus ein, wo der Heimatverein eine große Auswahl selbstgebackener Kuchen und Kaffee vorbereitet hatte. Frau Schmidt dankte im Namen der Teilnehmer für die Durchführung der Wanderung und den regen Austausch. Schulförster Lange bedankte sich für die zahlreiche Teilnahme und das Interesse am Schulwald. Es wurde vereinbart, eine solche Wanderung zu wiederholen und im Austausch zu bleiben.

Zeitbilder

Kinder, wie die Zeit vergeht!

4 Jahre liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen. 2009 startete Anthea in der Waldhofkita und im Schulwald wurde dieser Kiefernwald durchforstet und mit Laubbäumen aus der Baumschule unterpflanzt. Seit 2013 besucht Anthea nun die Waldhofschule und der Kitastuhl wird langsam zu klein. Auch im Wald sind deutliche Veränderungen zu sehen: Die kleinen Roteichen sind ebenfalls "nicht
sitzen geblieben" und suchen sich ihren Weg zum Licht. Wie wird es wohl sein, wenn Anthea in sechs Jahren die Grundschulzeit beendet? Der erste Rückblick gibt uns jetzt schon viel Zuversicht für die gemeinsame Zukunft von Mensch und Natur! Wir werden beide, Kind und Wald, nicht aus den Augen verlieren...

Waldprojekt der Waldhofschule als gutes Beispiel benannt

Der Naturschutzbund Deutschland und der Deutsche Städte- und Gemeindebund würdigen das Templiner Schulwaldprojekt der Waldhofschule als innovatives Beispiel der kommunalen Waldbewirtschaftung in Deutschland.


Das Ergebnis des gemeinsamen Diskussionsprozesses lässt sich in der von beiden Akteuren gestalteten Broschüre zum Thema „Zukunft gestalten im Kommunalwald“ nachlesen. Demnach erbringen die Wälder tagtäglich Leistungen, die für uns Menschen unverzichtbar sind. Gleichzeitig stehen sie in dem besonderen Spannungsfeld, allen Ansprüchen wie der Holznutzung, dem Naturschutz und der Erholung und Bildung gerecht zu werden. Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet heute, einen Interessenausgleich zwischen allen Anforderungen herzustellen.
In diesem Zusammenhang wird auch unser Schulwald als ein besonders zukunftsfähiges Projekt vorgestellt. Nachstehend lassen sich die beiden Seiten in der Broschüre "Zukunft gestalten im Kommunalwald" (Hrsg. NABU) herunterladen. Bitte auf die Abbildungen klicken.

Junge Seeadler wurden beringt